28. Juni 2009 - Tschaikowsky-Soiree
Main-Post: Janine Jansen beim Kissinger Sommer: Wenn der Geigenbogen Haare lässt, Frank Kupke
Main-Post: Geständnisse einer schänen Geigerin; Christoph Forsthoff
Rhön u. Saalepost; Erhard Nowak
Janine Jansen - ein Phänomen!
Schon am Nachmittag konnten sich die Kammermusikfreunde an einem Konzert mit den Gebrüdern Renaud (Violine) und Gautier (Cello) Capucon erfreuen. Zwar musste dasProgramm wegen Erkrankung von F. Braley geändert werden, was bei einigen Besuchern Verärgerung hervorrief, doch wurden sie durch den hervorragenden Igor Levit (Klavier) und eine ausgezeichnete Gesamtleistung mit Werken von Bach, Ravel, Schumann, Brahms und Kodaly entschädigt.
Ein erster Höhepunkt des Festivals allerdings war das faszinierende Spiel der Geigerin Janin Jansen am Abend mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der umsichtigen Leitung von Vladimir Fedosseyev. Wie Jansen das Violinkonzert von P. Tschaikowsky auf ihrer Stradivari darbot, war schlicht phänomenal. Ihre Spieltechnik ist mehr als perfekt. Beseelte Pianissimostellen wechselten mit wuchtigem Fortissimo und ihre Gesamtinterpretation dieses sowieso recht schwierigen Werkes war geprägt von einer ungeheueren Ausdruckskraft, geschürt von einem feurigen, überschäumenden Temperament und ihre dominierdende Persönlichkeit zog nicht nur die Zuhörer, sondern auch das Orchester und den Dirigenten in ihren Bann. Unvorstellbar, dass dies jemals übertroffen werden könnte!!
Auf diese Weise inspiriert, bot auch das Synphonieorchester mit Prokofieffs 5.Symphonie eine außergewöhnliche Leistung. Frenetischer Beifall der begeisterten Zuhörer und als Zugabe ein überirdisch schön gespielter Satz einer Bach-Solosonate.
Erhard Nowak