zur Homepage Bad Kissingen, Kurort Bayern, Kurort Rhön
8. Juli 2009 - Wiener Klassikgala
Main-Post: Die Rachegöttin und der zurückhaltende Meister
Faszinierende Gegensätze bei der Wiener Klassik-Gala mit Simone Kermes und Melvyn Tan;
Angelika Silberbach


Simone Kermes bot bei der Wiener Klassikgala stimmlich eine Meisterleistung und sorgte für Furore mit ihrem Outfit. Ein Virtuose im Farbenmischen muss ihr Coiffeur sein, denn ihre Haarfarbe stimmte auf die Nuance überein mit dem orangefarbenen Traum von einem Kleid aus Tüll und Seide. Dazu trug sie güldene Pumps, deren Absätze so gigantisch hoch anmuteten, dass man fast schon von einem Balanceakt reden könnte. Charmant war sie zudem: den Blumenstrauß reichte sie an den Konzertmeister der Wiener Klassikgala weiter, der ihn sogleich seiner Geigenkollegin übergeben wollte – ohne Erfolg. Wo sind sie nun hin, die Blumen? as

Melvyn Tan ist ein begnadeter Hammerklavierspieler und hätte auch den Part des Mozarts in Milos Formans mit Oscars überhäuften Spielfilm „Amadeus“ übernehmen können. Denn so wie er Mozarts Musik bei der Wiener Klassikgala lebte, hätte er jeden Schauspieler an die Wand gespielt. Beim langen Orchestervorspiel pustete er ein kleines Staubkorn von den Tasten, lächelte, hob die Hände stieg auf in den Olymp der Klaviervirtuosen und lebte das C-Dur-Klavierkonzert mit jeder Phase seines Körpers. Er spielte das Konzert, als hörte er manche Passage zum ersten Mal, war überwältigt von der spielerischen Schönheit Mozartscher Weise und alle Stimmungen spiegelten sich in seinem Gesicht. Nur der Jubel des Publikums war ihm augenscheinlich zu viel. Den Applaus gab er sofort an das Orchester weiter, doch das Weinpräsent hielt er wertschätzend wie einen Oscar in seinen großen Klavierhänden. as