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Ein Wochenende voller Musik

Kissinger Sommer - Rückblick auf den 22. bis 24. Juni 2018

 

Ein Wochenende voller Musik – die insgesamt 10 Konzerte, 3 Meisterkurse und ein Gottesdienst haben Bad Kissingen, den König-Ludwig-I.-Saal in Bad Brückenau und das Kloster Maria Bildhausen von Freitag bis Sonntag zum Klingen gebracht!

Beim zweiten Abend der Wiener Symphoniker (22.6.) war die Pianistin Khatia Buniatishvili der Star. Frank Kupke schrieb in der Mainpost: „Wahre Interpretationskunst zeigte Buniatishvili in den Übergängen. Wie sie die Lautstärke zurücknahm, um anschließend zum prachtvollen Forte zu gelangen, war atemberaubend.“

Zu den stillen Stars gehört Menahem Pressler. Der 1923 in Magdeburg geborene Pianist hat mit den sechs jungen Pianistinnen und Pianisten des Kissinger KlavierOlymps gearbeitet und ihnen in 3 doppelstündigen Meisterkursen Details zu Anschlag und Dynamik vermittelt und einiges aus seinem langen Musikerleben berichtet: „Ich habe dieses Stück oft gehört, Artur Schnabel hat es gespielt, und Rubinstein...“

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Menahem Pressler und Viktor Soos (Foto: Julia Milberger)

Ein bewegender Moment war das Treffen von Daniel Hope und Menahem Pressler – beide hatten lange Jahre gemeinsam im Beaux Arts Trio gespielt – nach der Aufführung der „Geschichte vom Soldaten“. Der 94-jährige Pianist hatte sich vorher die von Daniel Hope initiierte Aufführung im Kurtheater angesehen, bei der Katja Riemann den Teufel und Daniel Hope den geigenden Soldaten verkörperte.

Wenn junge Musiker aus unterschiedlichen Ländern zusammen im Orchester spielen, ist das immer ein besonderer Moment. Jeder hat seine eigene „Schule“ und Herkunft, und in der gemeinsamen Interpretation eines Werkes wächst alles zusammen. Das Orchester der Russisch-Deutschen MusikAkademie mit den besten jungen Musikern aus St. Petersburg und Berlin hat am Samstag (23.6., unter der Leitung von Alexander Sladkowsky) gezeigt, wie einfach Völkerverständigung über Musik sein kann.

„Mit dem Orchester der Russisch-Deutschen Musikakademie gelang dem russischen Dirigenten ein interpretatorischer Wurf. Sladkowsky konnte auf der Klaviatur des jung besetzten, differenziert reagierenden und geschlossen agierenden Orchesters mit höchster dirigentischer Virtuosität spielen.“

(Elke Tober-Vogt in der Mainpost)

So wurde die Interpretation besonders authentisch: Das Orchester der Russisch-Deutschen MusikAkademie durfte die originalen Orchesterstimmen des Mariinsky-Theaters benutzen.

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Im late night concert am Samstagabend spannte das Trio KlaViS (der Name steht für Klavier-Violine-Saxophon) einen Bogen von Schostakowitsch bis zu eigenen Kompositionen. Wer das mitreißende Spiel der drei Musiker noch einmal erleben möchte, kann dies beim Wandelkonzert am Donnerstag (28.6.) tun.

Wenn man am Sonntag nach dem Kissinger-Sommer-Gottesdienst in der Erlöserkirche noch die Klänge von Strawinskys Messe im Ohr hatte, konnte man ein paar Meter weiter vom Kurorchester Verdis „Nabucco“-Ouvertüre hören und wurde so daran erinnert, dass dieses Werk am Abend in großer Besetzung im Max-Littmann-Saal erklingen würde. Noch ein paar Meter weiter hörte man aus allen Ecken des Arkadenbaus Klavierklänge der Pianisten, die sich auf ihre Auftritte vorbereiteten. Für den Nachmittag musste man sich dann entscheiden: Klaviermusik im Kloster oder die „Geschichte vom Soldaten“ im Kurtheater.

Am Sonntagabend brachte dann der Tenor Joseph Calleja den Max-Littmann-Saal zum Kochen, gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ramon Tebar interpretierte der berühmte Sänger Werke von Giuseppe Verdi und französischen Komponisten. Das Publikum animierte die Künstler zu vier Zugaben!

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Nach dem Konzert: Joseph Calleja, Tilman Schlömp, Ramon Tebar (v.l.)