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Leuchtturmprojekt »Gesund mit Musik«

Mit dem Kissinger Sommer 2022 ist auch unser Sonderprojekt zu Ende gegangen, mit dem das analoge Konzerterlebnis auf digitale Weise zu Menschen gelangte, die selbst nicht mehr ins Konzert kommen können. Unser Dank gilt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für die großzügige Unterstützung. 

Einladend, barrierearm und innovativ – mit »Gesund mit Musik« hat der Kissinger Sommer 2022 ein ungewöhnliches Musikvermittlungsprojekt ins Leben gerufen, das zum einen denjenigen den virtuellen, digitalen Konzertbesuch ermöglicht, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht oder nicht mehr selbst analog ins Konzert kommen können, zum anderen auch als Einstiegsangebot für neue Zielgruppen fungiert, die sich sonst vielleicht nicht vor einem Livestream mit klassischer Musik versammelt hätten.
Das große Interesse an »Gesund mit Musik« spricht für den Bedarf an kulturellen und musikalischen Angeboten für ältere, kranke und vulnerable Menschen und sollte Ansporn sein, bei der Musikvermittlungsarbeit in Zukunft auch stärker all jene in den Blick zu nehmen, denen die Partizipation am Kultur- und Konzertleben aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen oft nicht möglich ist und die mangels Erfahrung oder technischer Ausstattung oft auch keinen individuellen Zugriff auf Livestreams und on-demand-Videos haben.

Multiplikatoren, Partner und Rahmenprogramme
Um diese Menschen zu erreichen, waren im Rahmen von »Gesund mit Musik« Kliniken, Seniorenstifte und Gesundheitseinrichtungen eingeladen, die Konzertübertragungen aus Bad Kissingen vor Ort zu präsentieren und für ihre jeweiligen Patienten, Bewohnerinnen und Gäste in ein thematisch passendes Rahmenprogramm einzubetten.
Dafür konnten Institutionen im ganzen Bundesgebiet gewonnen werden – vom Seniorenzentrum Itzehoe im Norden über Universitätskliniken in Münster, Essen, Göttingen und Freiburg, das Pflege- und Förderzentrum St. Anna in Hessen bis zum das Benedictus Krankenhaus in Tutzing im Süden. Die Bandbreite der Rahmenprogramme, die das digitale Konzerterlebnis vor Ort auf analoge Weise ergänzten, war so kreativ wie vielseitig: Eine Hamburger sozialpsychiatrische Begegnungsstätte lud ihre Klienten zum Austausch über die eigene Musikbiographie ein, der schließlich in eine Ausstellung münden soll. Das Evangelische Krankenhaus Mülheim bot ein pianistisches Vor-Ort-Programm mit Werken von Johannes Brahms, bevor dessen Zweites Klavierkonzert dann aus Bad Kissingen erklang. Das Hospital zum Heiligen Geist aus Hamburg umrahmte den zweiten Abend mit den Wiener Symphonikern kulturell-kulinarisch mit Walzer-Darbietungen und einem österreichischen Buffet, ließ einen Klassikradio-Moderator durch den Abend führen und eine Schauspielerin auftreten. Die Lebenshilfe in Kusel legte ihre »Gesund mit Musik«-Veranstaltung inklusiv an, lud im Vorfeld der Übertragung Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen zum gemeinsamen Musizieren ein und wird, inspiriert durch diese Veranstaltung, künftig der Musikausübung einen stärkeren Platz in ihrer Arbeit einräumen. Die Heiligenfeld Kliniken banden gleich vier ihrer Standorte in Bayern und Berlin und mehrere Konzertübertragungen in das Projekt mit ein und boten ihren Gästen ein umfangreiches Rahmenprogramm mit kulinarischer Begleitung, Quiz und Rätseln, Meditationen, Lesungen, Vorträgen sowie gemeinsames Tanzen und Singen an. Und dies sind nur einige Beispiele. Schlussendlich wurden zwei wissenschaftliche online-Vorträge mit Experten zum Thema Musik und Gesundheit, ebenfalls in Zusammenarbeit mit den Heiligenfeld Klinken, angeboten. 

Konzerthighlights aus Bad Kissingen    
Der Kissinger Sommer übertrug für »Gesund mit Musik« zwischen dem 24. Juni und dem 17. Juli insgesamt acht Orchesterhighlights aus seinem Festivalprogramm: Jeweils zwei Abende mit den Bamberger Philharmonikern (am Pult Rudolf Buchbinder und Krzysztof Urbański) und den Wiener Symphonikern (unter der Leitung von Patrick Hahn), zudem Konzerte mit dem WDR Sinfonieorchester unter Adam Fischer, dem Franz Liszt Kammerorchester unter István Várdai, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin mit Kent Nagano, der Tschechischen Philharmonie mit Petr Popelka und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Ruth Reinhardt. Filmeinspieler erlaubten es während der Konzertpausen, die prachtvollen Kuranlagen mit ihren mediterran anmutenden Bogengängen und palmengesäumten Gärten virtuell zu erkunden, das einzigartige Lokalkolorit Bad Kissingens einzufangen und in Interviews und Statements mehr über das Projekt und das Festival zu erfahren.
Die Übertragungen aus Bad Kissingen wurden zudem interessierten Musikfreundinnen und -freunden auf der Projektwebsite www.gesund-mit-musik.de und auf der Website des Kissinger Sommers www.kissingersommer.de als Livestream präsentiert. Ausgewählte Konzerte stehen auch nachträglich noch als Video-on-demand zum Ansehen bereit. Über 12.000 Abrufe zeugen vom großen Interesse des nationalen und internationalen Publikums. 

Förderer 
Der Kissinger Sommer ist der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Claudia Roth, zu großem Dank verpflichtet, ohne deren großzügige Unterstützung das Projekt »Gesund mit Musik« nicht möglich gewesen wäre. Für zusätzliche Unterstützung dankt das Festival auch dem Freistaat Bayern.