Grussworte

Grußwort des Schirmherrn a. D. Prof. Dr. Maier

Mit Edward Elgars elegisch-schönem Cellokonzert beginnt der 33. Kissinger Sommer, mit George Gershwins Rhapsody in blue und Manuel de Fallas Dreispitz endet er. Dazwischen liegen viele Kostbarkeiten, die man in Bad Kissingen, aber auch in Hammelburg, Bad Brückenau, Maria Bildhausen und Neustadt an der Saale erleben und genießen kann: Musik von Vivaldi und Händel, von Mozart, Beethoven, Schumann, Brahms – Musik aber auch und vor allem von den Meistern des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart, die in diesem Gedenkjahr 2018 zu Recht im Vordergrund stehen.

Prof. Dr. Hans Maier

In diesem Jahr ging vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg zu Ende. Ein dauerhafter Friede folgte ihm nicht nach. Auch die Musiker erfuhren die Kriegs- und Nachkriegszeit nach 1918 vor allem als einen Einschnitt: die „gloria militar“, in der Jahrhunderte musikalisch geschwelgt hatten, die Epoche der Kriegsgesänge und Battaglias, der Musik zur Feier des Krieges und der Schlachten fand in den Massenschlachten und Grabenkämpfen 1914-1918 wohl für immer ein Ende. So steht dieses Jahr im Mittelpunkt Ramuz’ ernüchternde, von Strawinsky vertonte „Geschichte vom Soldaten“. Auch dieser Soldat hat noch eine Geige, aber sie ist verstimmt und lässt sich kaum spielen. Er desertiert, wird Geliebter einer schönen stummen Prinzessin, aber sein Liebesglück ist flüchtig. Dem rasenden Teufel, der ihn verführt, spielt er zum Veitstanz auf und wird am Ende von ihm geholt. Ich wünsche allen Besuchern des 33. Kissinger Sommers glückliche und erfüllte Tage in der schönen Saalestadt! Dies ist das letzte Grußwort, das ich schreibe, da ich in diesem Jahr mein Amt niederlege (das muss mit 87 Jahren erlaubt sein!). Dem erfolgreichen Festival, das ich mitbegründet habe, werde ich aber lebenslang verbunden bleiben.

 

Signatur

Prof. Dr. Hans Maier
Schirmherr des Kissinger Sommers