Kissinger Sommer 2021

Der Kissinger Sommer startete am 20. Juni 2021

Mit insgesamt 25 Konzerten startete der Kissinger Sommer am 20. Juni. Einzelne Programme fanden aufgrund der noch geltenden Abstandsregelungen als Doppeltermin statt, einige wenige Programme mussten aufgrund der Pandemie ersetzt oder geändert werden.

Das ursprünglich geplante Motto „Fin de Siècle – Erinnerungen an eine Epoche“ spiegelte sich immerhin noch in 14 der 25 Programme wider. Hier wird der Blick auf die Musik des späten 19. Jahrhunderts und die Regierungszeit des Prinzregenten Luitpold gelenkt. In einigen Fällen musste das spätromantische Repertoire durch kleinere klassische Orchesterbesetzungen ersetzt werden, um die geforderten Abstände auf der Bühne einhalten zu können.

Der Kissinger Sommer 2021, das letzte Festival unter der Intendanz von Tilman Schlömp, passte sich den noch immer herrschenden Corona-Bedingungen an und sorgte mit einem abgestimmten Hygienekonzept für die Sicherheit seiner Besucher*innen. Dazu gehörten Saalpläne mit Sicherheitsabständen, ein Besucher-Leitsystem und die Maskenpflicht (FFP2-Maske) auf dem gesamten Gelände und das Tragen während der gesamten Veranstaltung auch am Platz. Aufgrund der geringen RKI_Inzidenzzahl entfiel die Testpflicht. 

Aufgrund der schwierigen Bedingungen für internationale Reisen mussten die Gastspiele des Royal Philharmonic Orchestra und des BBC Symphony Orchestra leider abgesagt werden. Es war dem Kissinger Sommer jedoch gelungen, für das Wochenende 2. bis 4. Juli sehr hochkarätigen Ersatz zu finden. Am 2. Juli spielte die Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Lionel Bringuier mit dem Pianisten Kirill Gerstein das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms, so dass die Festivalbesucher nun innerhalb weniger Tage in den Genuss beider Brahms-Klavierkonzerte kommen konnten. Für den 3. Juli konnte der Kissinger Sommer die weltweit gefeierte Sopranistin Diana Damrau für ein Recital gewinnen, auf dem Programm standen Werke von Clara und Robert Schumann, spanische Lieder und Klavierlieder von Richard Strauss. Am 4. Juli präsentierten die Bamberger Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Jakub Hrůša zwei virtuose Solokonzerte von Sergei Prokofiew und Bohuslav Martinů. Solisten waren der Erste Preisträger des Kissinger KlavierOlymps 2020, Sergey Tanin, und der Geiger Frank Peter Zimmermann.

Das für den 5. Juli geplante Schülerkonzert des BBC Symphony Orchestra fand als Workshop mit Schüler*innen aus Bad Kissingen und Dozent*innen des BBC Symphony Orchestra im digitalen Raum statt. Eine Präsentation der Ergebnisse war im Rahmen der Projektionen auf die Springbrunnenfontäne im Kurgarten zu sehen und zu hören.

Ebenfalls der Pandemie zum Opfer fiel das szenische Projekt des Kissinger Zukunftslabors („Fidelio“) und die Meisterkurse mit Pianist Jerome Rose (USA).

Neu hinzugekommen war das Festivalwochenende 10. und 11. Juli, das, eingebettet in zwei klassische Programme, eine Jazzmatinee und die Kissinger LiederWerkstatt präsentierte. Am 10. Juli spielte mit dem Goldmund Quartett der Erste Preisträger des Kammermusikpreises der Jürgen Ponto-Stiftung zur Förderung junger Künstler Werke von Puccini, Beethoven und Schubert. Die Jazzpianistin Olivia Trummer gestaltete das Jazz Breakfast am Sonntagmorgen, am Nachmittag folgte die Kissinger LiederWerkstatt mit Uraufführungen von Alexandra Filonenko, Ann Cleare, Steffen Schleiermacher, José María Sánchez Verdú und Manfred Trojahn. Die Kompositionsaufträge der Kissinger LiederWerkstatt wurden exklusiv gefördert durch die Anton und Katharina Schick Stiftung. Ein Gipfeltreffen von zwei Ersten Preisträger*innen des Kissinger KlavierOlymps beschloss das neu hinzugekommene Konzertwochenende. Elisabeth Brauß (Erster Preis 2016) und Emre Yavuz (Erster Preis 2017) spielten Werke von Ludwig van Beethoven.

Zu den Highlights des diesjährigen Festivals gehörten mehrere Auftritte des Pianisten Igor Levit und ein Konzert des Festivalorchesters des Kissinger Sommers. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen spielte unter der Leitung von Paavo Järvi u.a. das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms. Weitere langjährige künstlerische Partner waren das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das mit Kent Nagano ein klassisches Programm mit Werken von Beethoven und Schubert präsentierte, und die Bamberger Symphoniker, die unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jakub Hrůša zwei Abende, darunter das Abschlusskonzert mit einem tschechisch-spätromantischen Programm, gestalteten. Aufgrund von pademiebedingten Verschiebungen erklang das neue Programm des Chores des Bayerischen Rundfunks und der Franui Musicbanda „Ich wand’re in die Berge“ als Uraufführung im Kissinger Sommer. 

Charismatische Künstler*innen wie die Sopranistin Golda Schultz, der Pianist Igor Levit oder der Countertenor Valer Sabadus gastierten im Kissinger Sommer 2021, Ensembles wie das Klavierduo Herbert Schuch-Gülru Ensari, das Duo Lily und Mischa Maisky oder Mitglieder des Danish String Quartet boten ausgefallene Programme. Im Luitpoldbad open air präsentierten Max Mutzke und die Pianistin Marialy Pacheco ihr „Duet“-Projekt. Jazz-Lunch und Picknick-Konzert rundeten das exklusive Angebot ab.